Semesterabschluss Sommer 2013

Semesterabschluss Sommer 2013

Man kann sich unangenehmer Orte vorstellen, um ein Semester abzuschließen als ein Sterne-Hotel mit Alpenpanorama im idyllischen Füssen. Eine willkommene Abwechslung für alle, verglichen mit den stickigen Seminarräumen, in denen man sonst so lehrt und studiert. Wie es dazu kam? Neben den vielen kleinen studentischen Projekten, die wir in Zusammenarbeit mit Organisationen vor Ort (insb. die wieder die großen Träger wie Diakonie, Malteser und Caritas) bei der projektbasierten Lehre auch dieses Semester angestoßen haben (siehe hier), gab es im Rahmen meines Seminars „Öffentlichkeitsarbeit in Non-Profit Organisationen“ auch ein größeres Projekt. Als Partner stand diesmal die Initiative „Mehrgenerationenwohnhaus Füssen“ zur Verfügung, die jung und alt für ein gemeinsames Wohnprojekt zusammenbringen möchte und hierfür Unterstützer sucht.

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Das Projekt hatte ich zusammen mit meiner Kollegin Nora Held vor allem ausgewählt, weil es bisher relativ wenig im Bereich Öffentlichkeitsarbeit unternommen hatte und dadurch viel Gestaltungsspielraum für die Studierenden bot. Außerdem ist das Projekt unter Menschen 40+ schon relativ gut bekannt, es fehlen allerdings die jungen Unterstützer und potenziellen Bewohner, die durch Konzepte der (gleichalterigen) Studierenden am besten erreicht werden können.

Das Seminarkonzept hat nach meinem Eindruck und dem was eine erste Evaluation nahelegt, relativ gut funktioniert. Bemängelt wurde vor allem, dass eine sehr lange theoretische Einführung den Projekten vorgeschaltet war, wodurch sich die Praxis auf gut zwei Monate komprimierte. Auch da viele Studierenden erst im zweiten Semester Bachelor sind, waren relativ wenig Vorerfahrungen in PR vorhanden. Man musste sich erst noch in das Thema einarbeiten – was viel zusätzliche Zeit kostet. Da sollten wir im nächsten Semester nachbessern, z.B. dass die Theorie parallel zur Praxis erfolgt. Insgesamt waren die Beteiligten mit den entstandenen Ergebnissen überwiegend zufrieden und die Studierenden haben denke ich zum Großteil  einiges an Erfahrungen mitgenommen (es hängt erfahrungsgemäß immer stark von der individuellen Motivation ab und die ist wenn man den Projektpartner vorgibt auch nicht bei allen hoch. Bei meinem anderen Seminar kann man hier stärker partizipieren und auch auswählen).

Am Ende gab es dann eine schöne Gelegenheit die Ergebnisse vor Ort in Füssen vorzustellen, sogar der Bürgermeister war anwesend und sprach ein paar Worte. Dass das Projekt nicht in Augsburg stattfand sondern man viel virtuell zusammen arbeitete tat der Kooperation keinen Abbruch. Es gab viele Mails, Skype-Sessions und Telefonate, sodass die Zusammenarbeit gefühlt mindestens genauso eng war wie mit Kooperationspartnern hier vor Ort. Das lag auch an der eher generationsuntypischen Medienaffinität unserer Partner. Das nehme ich positiv mit und fände es wichtig die virtuelle Zusammenarbeit in Zukunft gezielt anzuregen beim Service Learning.

PhilipMeyer

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